Biotin ist als Coenzym für zentrale Reaktionen des Energie-, Fett-, Aminosäure- und Kohlenhydratstoffwechsel von essenzieller Bedeutung. Zudem unterstützt es die Funktion des Immunsystems und trägt zur psychischen Gesundheit bei.

Wissenschaftlicher Name: Biotin

Nährstoffkategorie: essenzielles Vitamin, wasserlöslich²

Funktion im Körper: beteiligt an zentralen Stoffwechselreaktionen und der Signalweiterleitung, Erhalt von Haut und Haaren²,

Natürliche Quellen: Innereien (Leber, Niere), Nüsse und Kerne, Fleisch, Fisch,  Eier, Milch und Milchprodukte, Getreide, Gemüse und Hülsenfrüchte (Pilze, Spinat, Linsen, Sojabohnen), Süßkartoffeln²,,

Tagesbedarf laut DGE: Kinder bis 15 Jahre: 20-35 μg; Jugendliche und Erwachsene: 40 μg¹

Mangelerscheinungen: Wachstumsverzögerungen, Hautver­änderungen, Haarausfall, brüchige Nägel, neurologische Störungen (Bewegungsstörungen, Lethargie, Depressionen, Muskelschmerzen), Störungen des Immunsystems²,,

Risikogruppen: RaucherInnen¹⁴, Menschen mit Nierenerkrankungen und chronischen Darmerkrankungen⁵, Menschen mit Biotinidasemangel⁷, Schwangere und Stillende⁷

Beschreibung Vitamin B7

Biotin ist ein wasserlösliches und schwefelhaltiges Vitamin, das der B-Gruppe angehört². Es wurde im Jahr 1927 entdeckt und erst 40 Jahre später zum Vitamin anerkannt⁶. Das Vitamin wird ausschließlich von Bakterien, Pflanzen und Pilzen synthetisiert und muss deshalb über die Nahrung zugeführt werden⁴. Es existieren acht Stereoisomere von Biotin, jedoch kommt in der Natur nur die biologisch aktive Form D-Biotin vor⁴,⁹. Diese ist in der Nahrung überwiegend an Eiweiße gebunden, tritt aber auch in freier Form auf⁴,⁶.

Physiologische Bedeutung von Vitamin B7

Als Coenzym für die fünf Biotin-abhängigen Carboxylasen (Pyruvat-Carboxylasen, Methylcrotonyl-CoA-Carboxylase, Propionyl-CoA-Carboxylase und Acetyl-CoA-Carboxylase 1 und 2) ist Biotin für zentrale Reaktionen des Energie-, Fett-, Aminosäure- und Kohlenhydratstoffwechsel notwendig²,⁶,⁷. So ist es am Aufbau von Fettsäuren, Cholesterin und Glucose und dem Abbau von einigen Aminosäuren beteiligt³. Gleichzeitig unterstützt es das Nervensystem und trägt zur psychischen Gesundheit bei¹⁵.

Anwendungsgebiete von Vitamin B7

Ein Biotinmangel kommt bei gesunden Menschen nur selten vor⁷. Jedoch gibt es einige Gruppen, die auf eine ausreichende Zufuhr von Biotin achten müssen. Dazu zählen Schwangere und Stillende, die aufgrund der zusätzlichen Versorgung des Fötus bzw. Säuglings einen Mehrbedarf haben⁶,⁷. Auch Menschen, die unter chronischen Darmerkrankungen leiden, Antikonvulsiva einnehmen, auf eine Hämodialyse angewiesen sind oder rauchen, sind gefährdet, zu wenig Biotin aufzunehmen⁵. Durch den Nikotinkonsum wird der Abbau des Vitamins beschleunigt, sodass dem Körper nicht mehr genug Biotin zur Verfügung steht¹⁴. Des Weiteren verursacht ein Mangel des Enzyms Biotinidase einen Biotinmangel. Das Enzym setzt Biotin aus seiner Eiweißverbindung frei und macht es so für den Körper verwertbar. Fehlt dieses Enzym, ist der Großteil des Biotins aus der Nahrung nicht brauchbar, sodass Biotin in freier Form supplementiert werden muss⁴,⁷.

Substitution von Vitamin B7

Für das Vitamin Biotin wurde keine tolerierbare Höchstzufuhr festgelegt, da laut aktueller Studienlage auch hohe Mengen (bis zu 20 mg/Tag) bei gesunden Menschen keine Nebenwirkungen verursachen². Aus diesem Grund existieren zudem keine Empfehlungen vom BfR für die Verwendung von Höchstmengen in Nahrungsergänzungsmitteln³. Nebenwirkungen können laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) jedoch bei Menschen mit Niereninsuffizienz auftreten. Auch bei Neugeborenen, Kindern und Schwangeren sollte die Supplementation von hohen Dosen Biotin beobachet werden³,⁴.

Zur Vermeidung von Mangelzuständen sind 200 µg Biotin pro Tag ausreichend⁵. Bei ProbandInnen mit Biotinmangel kann laut einem Review das Haar- und Nagelwachstum durch die Supplementation von 10-30 mg Biotin am Tag verbessert werden¹¹. Gegen brüchige Nägel und dem Syndrom der unkämmbaren Haare reicht eine geringere Dosierung von 300 bis 3000 μg/Tag¹¹. Mengen von 5-20 mg Biotin können bei einem Mangel des Enzyms Biotinidase zugeführt werden, um den Biotinmangel zu beheben¹²,¹³.

Geringe Mengen Biotin werden über ein aktives Transportsystem aufgenommen, während höhere Konzentrationen auch unabhängig vom Transportsystem über die passive Diffusion in den Darm gelangen⁴. Biotin ist sowohl in geringen als auch in hohen Mengen bis zu 100 % bioverfügbar⁷,⁸. Medikamente (z.B. Antikonvulsiva) und Advidin (Bestandteil in rohem Ei) beeinflussen die Bioverfügbarkeit von Biotin. Die Stoffe verhindern die Absorption und verringern somit die Nutzbarkeit des Vitamins für den Körper⁶,⁷,¹⁰.

Da hohe Mengen Biotin die Ergebnisse von Labortests verfälschen können, empfiehlt das BfR, einen entsprechenden Hinweis auf die Verpackung des Supplements aufzubringen³.

Zugelassene Gesundheitsaussagen

Biotin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei

Biotin trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei

Biotin trägt zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen bei

Biotin trägt zur normalen psychischen Funktion bei

Biotin trägt zur Erhaltung normaler Haare bei

Biotin trägt zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei

Biotin trägt zur Erhaltung normaler Haut bei

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